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VMware – die Welt der virtuellen Maschinen

Virtuelle Maschinen erobern stetig die Serverwelten in Rechenzentren und die Testplätze von Administratoren und Consultants. Das Thema ist sicherlich nicht neu, bietet aber einen Reichtum an Facetten, die oftmals im Verborgenen liegen bleiben.

Wer sich mit dem Thema intensiver auseinandersetzt, dem erschließt sich schnell, welche Bereiche Virtualisierung berühren: Speichervirtualisierung im SAN oder Applikationsvirtualisierung mit Citrix Presentation Server werden hier nur als zwei Beispiele genannt.



Als Frage stellt sich, warum sollte eine bestehende Umgebung an Hardware und Applikationen virtualisiert werden?
 

Anhand eines Szenarios wollen wir dies kurz beleuchten:



Die dargestellte Umgebung verfügt über ein SAN (Speichernetzwerk) basierend auf z. B. HP StorageWorks EVA4400. Im SAN sind die Servereinheiten mit jeweils zwei FC Hostbus Adapter ausgestattet bzw. angebunden, um ein Multipathing zu gewährleisten. - Multipathing wird von VMware unterstützt und bietet ein hohes Maß an Redundanz, wenn z. B. ein Pfad zum SAN-Switch ausfallen sollte.

Auf den HP ProLiant Servern ist jeweils eine VMware Enterprise Edition (ESX Server) installiert und konfiguriert. Die Server werden als Host bezeichnet und bilden die Plattform für virtuelle Applikationsserver. Als Gastsysteme auf dem Host können z. B. Citrix Presentation Server, Fileserver oder Webserver installiert sein.

Als Datenablage für die virtuellen Maschinen dient das clusterfähige Dateisystem VMFS 3. VMFS ist ein spezielles Dateisystem, auf dem der ESX Server die virtuellen Platten der Gäste und seit dem ESX Server 3 auch die Konfigurationsdateien abgelegt. Durch die Anbindung an ein SAN können somit Funktionen wie VMotion, HA, DRS oder VCB genutzt werden.

Die Besonderheit von VMFS ist seine Clusterfähigkeit. Das bedeutet, es ermöglicht den konkurrierenden Zugriff verschiedener Hosts auf das gleiche Dateisystem und die damit auf die dort liegenden virtuellen Platten der Gäste. Mehre ESX Server können sich beispielsweise die gleiche VMFS Partition auf einer LUN teilen. Dadurch wird es möglich, eine virtuelle Maschine auszuschalten und auf einem anderen Server einfach neu zu starten, weil beide Hosts Zugriff auf die virtuellen Platten der VM haben. So können zum Lastausgleich einige VMs einer LUN auf Host A und weitere VMs der gleichen LUN auf Host B laufen.

Damit mehrere Hosts mit gemeinsamem Speicher einen Gast nicht versehentlich mehrfach starten können, erstellt der ESX Server Dateisperren. Er versieht jede benutzte virtuelle Platte mit einer Sperre, die er erst bei abgeschalteter VM wieder aufhebt. Damit gewährleistet VMware, dass eine virtuelle Platte einem Gast exklusiv zugeordnet bleibt, solange der Gast läuft.
 

VMotion – Stillstand oder Bewegung?



VMotion ermöglicht es Gäste per Mausklick von einem Host auf einen anderen zu verschieben. Das Besondere daran ist, dass diese Migration ohne Unterbrechung im laufenden Betrieb des Gastsystems erfolgt. Mit VMotion können z.B. für Wartungsarbeiten an der Hardware eines Hosts alle Gäste ohne Ausfallzeiten kurzfristig auf einen anderen Server verschoben werden.

Beim VMotion-Vorgang kopiert VMware den RAM-Inhalt und Status des Gastes vom aktuellen Host auf den Ziel-Host. Während dieser Phase werden alle Schreibzugriffe des Gastes auf Speicherseiten protokolliert und erst nach dem Abschluss dieser Phase friert VMware die VM kurz ein und überträgt den aktuellen CPU-Status und die zwischenzeitlich geänderten Speicherdaten auf den neuen Host. Danach arbeitet das Gastsystem auf dem Zielhost fast augenblicklich weiter. Als Voraussetzung dient ein zentraler Datenspeicher im SAN, auf den beide Hosts Zugriff haben, um die virtuellen Platten übernehmen zu können.
 

VMware DRS? -drei Buchstaben oder was verbirgt sich dahinter?



VMotion kann auch dazu dienen, Gäste anhand von Auslastungen automatisch zwischen den Hosts zu verschieben, damit eine optimale Ressourcenverwaltung erreicht wird. Hierfür steht der Dienst VMware DRS – er überwacht die Auslastung von CPU und Systemspeicher der Host sowie der virtuellen Maschinen und erkennt, wann Ungleichmäßigkeiten in der Lastverteilung auftreten. Der Dienste entscheidet, welche Hosts über genügend Ressourcen verfügen, um weitere Gäste aufzunehmen und welche Host entlastet werden können.
 

VMware HA – ein weiterer nützlicher Dienst?



VMware HA erkennt Ausfälle eines Hosts und startet die Gäste auf einen alternativen ESX Server automatisch neu. Damit können herkömmliche Clusterlösungen ergänzt oder sogar ersetzt werden. Ein wesentlicher Vorteil ist, dass selbst Anwendungen oder Betriebssysteme, die gar keine Clusterfunktion bieten, in den Genuss von Hochverfügbarkeit gelangen.
 

VMware Consolidated BackUP – zentrale Datensicherung für VMs!



In der virtuellen Umgebung können Gäste wie physische Systeme durch Datensicherungsprogramme über LAN gesichert werden – z. B. per remote bzw. per Agent mit Symantec BackUp Exec.
 

Das kostet während der Sicherungsvorgänge Leistung auf dem Host und Bandbreite im LAN. Zudem werden in jedem Gastsystem Datensicherungs-Agents benötigt. VMware Consolidated BackUp ermöglicht das Sichern der virtuellen Maschinen von einem zentralen BackUp-Proxy aus, direkt aus dem SAN, ohne Umwege über das LAN. Der Proxy ist ein physischer Server unter Microsoft Windows Server 2003, der Zugriff auf die gleichen LUNs hat, mit denen auch die ESX Server arbeiten. 

Der BackUp-Proxy sollte weiterhin über eine Band-Liberary oder Band-Laufwerk verfügen oder hat Zugriff auf ein entferntes Sicherungsmedium, z. B. Plattenplatz auf einen NAS Device. Ferner muss auf dem Proxy eine Datensicherungssoftware wie. z. B. BackUp Exec eingerichtet sein. 

In der Regel erfolgt die  Sicherung mit Consolidated BackUp in bis zu neun Schritten.
Gerne erläutern wir die technischen Details mit Ihnen in einem Workshop.
 

Die Vorteile von Consolidated Backup zusammengefasst:

Durch die zentrale Sicherung sind nur noch in speziellen Fällen herkömmliche BackUp-Agents in VMs notwendig. Auch erfolgt die Sicherung nicht mehr aus der VM heraus über das LAN, sondern über das schnellere SAN, an dem der Server angebunden ist. Ein weiterer Vorteil ist die Unabhängigkeit von definierten Zeitfenstern für die Datensicherung, da durch die Snapshot-Technologie jederzeit eine Sicherung laufender Maschinen möglich ist.

Ein erstes Fazit:

Trotz der Vielzahl von Vorteilen darf nicht übersehen werden, dass auch Technologien wie Virtualisierung Grenzen aufweisen und man sich hierüber im Klaren sein sollte:
 

  • Nicht jede Hardware-Plattform wird von ESX-Servern unterstützt
  • bestimmte Ressourcen stehen ggf. nur begrenzt oder gar nicht zur Verfügung
  • Höhe Performance und Verfügbarkeit setzen Speichernetzwerke (SAN) voraus
  • Zusätzliches know how im Unternehmen ist erforderlich
     

Dem gegenüber stehen folgende Erfahrungen und Vorteile:
 

  • virtuelle Maschinen wie der ESX Server laufen stabil
  • virtuelle Maschinen sind vielfach praxiserprobt
  • leichte Performance-Verluste durch Virtualisierung können bis auf wenige Ausnahmen (z. B. bestimmte Datenbankserver oder spezielle Hardware-Anforderungen) vernachlässigt werden.  
  • in Testumgebung uneingeschränkt empfehlenswert
  • Möglichkeiten für ein schnelles Disaster recovery 
  • bessere bzw. höhere Auslastung von Hardware-Plattformen
  • schnelle und einfache Übertragung von Systemen auf andere Hardwareplattformen, um Wartungsarbeiten und/oder Testszenarien ausführen zu können
  • Einfacher Hardware-Wechsel oder Klonen von Systemen
  • Senkung der Kosten für Energie und Klimatisierung bzw. Platzersparnis in Rechenzentren
  • Schnelles Bereitstellen neuer virtueller Systeme
     

Ihr Kontakt:

Dirk Vogeler
Dirk Vogeler
Fon: (0 52 46) 92 90-190
Fax: (0 52 46) 92 90-1 11 Mail: d.vogeler@iok.net

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